Sonntag, 26. Juli 2026

Sonntagsrede (II)

Ja, macht nur.
Lebt nur eure Leben,
wie ihr eich einreden lasst,
dass ihr sie leben wollt.
Ich hätte vieles dagegen,
aber ich kann nichts machen.
Also nur zu,
macht weiter so,
auf den Abgrund zu.
Ich stehe eurem Glück
bestimmt nicht im Wege.
Lasst euch unterdrücken,
ausbeuten, macht mit
bei der Ausbeutung anderer
und der sogenannten Natur,
nehmt Vergeudung, Vergiftung,
irreparable Beschädigung
und letzte Zerstörung
einfach so hin,
um so leben zu können,
wie es euch gefallen soll,
so satt und behaglich,
so gut unterhalten
und herrlich abgelenkt
und manchmal im Rausch.
Während Hunger und Krieg 
anderswo stattfinden.
All das Unrecht in der Welt,
also um euch herum,
hat ja mit euch nichts zu tun.
Und selbst wenn es so wäre:
Ihr habt ein Recht darauf,
Spaß zu haben und wegzuschaun.
Lebt eure Leben,
als wäre nichts,
dann ist da auch nichts,
und ihr könnt zufrieden
mit euch und eurem Leben
eines schönen Tages
erst in die Grube
und dann zur Hölle fahren.
Was sollte ich dagegen haben?

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