Donnerstag, 25. Juni 2026

Guter Rat

Lass keine Peinlichkeit aus,
die mehr über dich verrät,
also du wissen wolltest.
Die Welt hat ein Recht darauf,
über dich zu lachen.
Aber du hast das auch.

Recht und Ordnung

Zu Recht verdächtigt man mich,
einer von denen zu sein,
die sich nicht abfinden können
mit dem Bestehenden,
sondern die Verhältnisse
der Menschen zueinander
ändern wollen. Weltverbesserer
nenn man sie verächtlich.
Freiheit, Gerechtigkeit, Schönheit,
ein schonender Umgang
auch mit dem Nichtmenschlichen.
das sind nicht etwa Träume,
sondern knallharte Forderungen,
die nicht verhandelbar sind.
Hirngespinsten hängen hingegen
die an, die immer noch glauben,
Gier, Betrug und Gewalt
könnten Gutes erwirtschaften.
Das wird nie der Fall sein.
Böses nützt nicht einmal den Bösen.
Auch sie gehen daran zu Grunde.
Leider oft erst viel zu spät.
Derweil hilft gegen die Hölle,
auf die alles zusteuern soll,
nur die beherzte Tat 
und mutig das Blaue vom Himmel
zu versprechen. Das mache ich,
das muss ich zugeben.
Insofern stimmt der Verdacht:
Im Sinne der herrschenden Ordnung
bin ich durch und durch schuldig.
Und plädiere, wenn man mich anklagt,
gerade darum auf Freispruch.
Demgegenüber ist ein Lächeln
schon ein Akt der Rebellion 
und Lachen wäre Hochverrat.

Mittwoch, 24. Juni 2026

Friedensplan

Sodass mit vereinten Kräften
die Gewalt ein Ende nähme,
das noch nicht absehbar ist,
man wäre den hellsichtig genug 
für das Gute im Menschen.

Programmheft

Wenn ich könnte und man mich ließe,
beendete ich alle Kriege,
ich schaffte den Hunger ab in der Welt,
alle Unterdrückung und Ausbeutung.
Lügen und Stehlen und Quälen
wären nicht nicht nur verboten. ich lehrte
die Menschen, einander die Wahrheit
und andere Glücksgüter zu schenken.
Alle wären im Grunde zufrieden
und allenfalls noch begierig,
einander noch mehr zu bereichern
mit geistigen Genüssen. Kurzum, 
es könnte alles so schön sein,
wenn man mich ließe und ich könnte,
wie ich wollte. Irgendwelche Einwände?

Montag, 22. Juni 2026

Solitude

Ich wollte nie einer von euch sein,
wollte nicht mitmachen
bei euren Spielen und Geschäften,
wollte mich nicht anpassen
und mich nicht unterwerfen.
Was Wunder also,
dass ich nicht dazugehöre,
dass ich nicht mitspiele,
nicht anerkannt werde
und keiner von euch bin.
Ich wollte es so haben 
und das habe ich nun davon.

Kein Mensch mehr

Auch heute bin ich kein Roboter.
Aber es fällt mir jeden Tag schwerer,
der Maschine, die den Nachweis verlangt,
dass ich ein Mensch bin, einen solchen
zweifelsfrei zu erbringen. Was wird sein,
wenn meine schlechten Augen mich hindern,
Ampeln, Fahrräder, Zebrastreifen
in ausreichendem Maße anzuklicken?
Wird mich dann die befugte Maschine,
besorgt um das Wohl meiner Mitmenschen,
aus deren Kreis ausschließen? Bei wem 
könnte ich darüber Klage führen?
Kein Mensch wird mir glauben. Und das zurecht.

Guter Rat

Lass keine Peinlichkeit aus, die mehr über dich verrät, also du wissen wolltest. Die Welt hat ein Recht darauf, über dich zu lachen. Ab...