Die Hitze will mich fertig machen.
Sie hat mich umzingelt, belagert mich,
brandet brüllend gegen meinen Leib,
Tag für Tag, Nacht für Nacht, immer
neue Temperaturrekorde
an mir zerbrechend. Sie will mich
keinen klaren Gedanken mehr fassen lassen,
mich in den Wahnsinn treiben, ich soll
alles verschwitzen, soll eingehn
in die dröhnende Stille, das Brüten
in Aspik, die Duldungsstarre.
Aber nicht mit mir. Ich halte Stand,
ich bin noch nicht fertig, stehe nicht still,
ich bewahre einen kühlen Kopf,
wenigstens innerlich, jedenfalls
denke ich nicht dran, mich aufzugeben
und an einer Jahreszeit zu scheitern.
Schwüles Gesülze
Stefan Broniowski schreibt Gedichte. Auch schlechte.
Montag, 10. August 2026
Freitag, 7. August 2026
Mitläufer
Sie heulen mit den Wölfen.
Aber die Wölfe heulen gar nicht.
So heulen sie bloß mit denen,
Aber die Wölfe heulen gar nicht.
So heulen sie bloß mit denen,
die mit den Wölfen heulen.
Engelszunge
Ach, und das willst du auch noch,
das soll ich auch noch für dich machen,
wie mit einen Zauberspruch
die Befürchtung zerstreuen,
dass die Wirklichkeit wirklich
so übermächtig ist, wie sie scheint.
Alles hängt immer an mir.
Deine Wünsche soll ich erfüllen,
die großen, die kleinen,
als wäre ich dein Knecht.
Wünsch dir doch mich,
und zwar mich allein,
dann hättest du alles
das soll ich auch noch für dich machen,
wie mit einen Zauberspruch
die Befürchtung zerstreuen,
dass die Wirklichkeit wirklich
so übermächtig ist, wie sie scheint.
Alles hängt immer an mir.
Deine Wünsche soll ich erfüllen,
die großen, die kleinen,
als wäre ich dein Knecht.
Wünsch dir doch mich,
und zwar mich allein,
dann hättest du alles
und brauchtest mich nicht.
Donnerstag, 6. August 2026
Apokalyptische Szene
Das letzte Wort ist längst gesprochen,
wurde aber wohl nicht verstanden,
und jetzt steht es dumm rum, unschlüssig,
was es tun soll, was es tun kann,
wurde aber wohl nicht verstanden,
und jetzt steht es dumm rum, unschlüssig,
was es tun soll, was es tun kann,
bis der Groschen fällt oder der Vorhang.
Abgesang
Alles verfällt.
Was an Neuem hinzukommt,
ist schon verfallen,
ist schon kaputt,
grell geschminkt auf unvermeidlich,
schon darum verrottet bis ins Mark,
verlogen, verstunken,
völlig verrückt,
von Geilheit und Gier diktiert,
von der Lust am Untergang,
an Zerstörung, an Unwissenheit,
an zu Tode Erinnern
des nie Gewesenen
eilfertig getrieben.
Was bleibt, ist Zufall,
ein erbärmliches Aufbäumen
Was an Neuem hinzukommt,
ist schon verfallen,
ist schon kaputt,
grell geschminkt auf unvermeidlich,
schon darum verrottet bis ins Mark,
verlogen, verstunken,
völlig verrückt,
von Geilheit und Gier diktiert,
von der Lust am Untergang,
an Zerstörung, an Unwissenheit,
an zu Tode Erinnern
des nie Gewesenen
eilfertig getrieben.
Was bleibt, ist Zufall,
ein erbärmliches Aufbäumen
wehrloser Gnade.
Montag, 3. August 2026
Historische Moral
Das war damals eben so, sagen sie
und meinen: Da konnte man nichts machen.
Doch das war damals schon falsch
und ist es heute noch. Man kann
nämlich immer etwas machen.
Und wer nichts macht, macht immerhin mit.
Das ist schrecklich. Und schrecklich ist auch:
Wer etwas macht, kann dabei scheitern
und wird vielleicht zu Grunde gehn.
Wer sich aber mit allem abfindet
und das Böse zulässt, scheitert auch
und meinen: Da konnte man nichts machen.
Doch das war damals schon falsch
und ist es heute noch. Man kann
nämlich immer etwas machen.
Und wer nichts macht, macht immerhin mit.
Das ist schrecklich. Und schrecklich ist auch:
Wer etwas macht, kann dabei scheitern
und wird vielleicht zu Grunde gehn.
Wer sich aber mit allem abfindet
und das Böse zulässt, scheitert auch
und lässt alles zu Grunde gehn.
Sonntag, 2. August 2026
Bewältigung
Manche haben sich nicht gerade
mit Ruhm bekleckert, andre hingegen
wateten in Blut oder versanken
bis über beide Ohren im Sumpf
des Gehorsams gegenüber Verbrechern.
Als das alles wieder vorbei war,
war eigentlich keiner dabei gewesen,
hatte keiner freiwillig mitgemacht,
hatte keiner viel Schuld auf sich geladen
und niemand wollte erinnert werden
an all das, was er nicht getan hatte,
an das Zulassen und Wegschaum
und an das Mitmachen schon gar nicht.
Es war, wie es war, was hätte man
tun sollen, man musste doch, man hatte
doch seine Befehle, und alle andren,
nicht wahr, die waren doch auch keine Helden.
Und die Opfer, nun gut, die freilich
hätte es vielleicht nicht geben dürfen.
Aber zum Glück war man zufällig
mit Ruhm bekleckert, andre hingegen
wateten in Blut oder versanken
bis über beide Ohren im Sumpf
des Gehorsams gegenüber Verbrechern.
Als das alles wieder vorbei war,
war eigentlich keiner dabei gewesen,
hatte keiner freiwillig mitgemacht,
hatte keiner viel Schuld auf sich geladen
und niemand wollte erinnert werden
an all das, was er nicht getan hatte,
an das Zulassen und Wegschaum
und an das Mitmachen schon gar nicht.
Es war, wie es war, was hätte man
tun sollen, man musste doch, man hatte
doch seine Befehle, und alle andren,
nicht wahr, die waren doch auch keine Helden.
Und die Opfer, nun gut, die freilich
hätte es vielleicht nicht geben dürfen.
Aber zum Glück war man zufällig
selber ja keines.
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Sommerimpression
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Oder der Engel, einer sollte genügen, reicht mir einen kleinen Finger, es muss ja nicht seiner sein, und ich lasse fünfe kerzengerade ersch...
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Man denkt sich nichts Böses, man liest vielleicht irgendwas oder hört gerade Musik oder schaut bloß in die Luft, und zack, ist ein Vers da, ...
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Wie vom Meer her ein ferner Sommer dröhnt, so brütet die Sonne unerbittlich auf allem jenseits der Schatten.