Mittwoch, 25. März 2026

Bonum et pulchrum convertuntur

Um noch einmal zurückzukommen
auf Zypressen und bröckelnde Mauern:
Darüber schriebe ich sehr gerne,
auch sozusagen Verse, aber
irgendwie lenkt mich das Leben ab
vom Heimweh nach gestern. Ich irre hin
zum Jetzt und Gleich und Hier und Dort,
wo meine Mitmenschen Opfer sind,
Täter und Zuschauer, aber ich 
ein nutzloser Warner und Ankläger.
Mehr Kunst kann ich unter Umständen
dann eben nicht.

Lehrreiche Geschichte

Es war einmal ein Scheusal,
das trug meinen Namen
und wohnte unter meiner Anschrift.
Es schrieb, was ich schrieb,
weil es dachte, was ich dachte.
Das wollten die Leute nicht hören
und erschlugen das Scheusal.
Wäre ich bloß beizeiten verstummt
oder wenigstens umgezogen.

Verlorener Restposten

Die Sehnsucht nach Güte verlässt mich nie,
nach Freundlichkeit, Brüderlichkeit,
nach menschlicher Wärme.
Der Kälte und Gleichgültigkeit,
der Lust an der Bösartigkeit
bringe ich Abscheu entgegen und Wut.
So bin ich und so will ich bleiben
in dieser Welt, die es darauf anlegt,
sich und mich und alles restlos 
zu entmenschlichen.

Wie es ist

Man möchte verzweifeln,
so wie die Dinge liegen,
aber man verbietet es sich,
um dem Dummen und Bösen
nicht zu allem Überdruss auch noch
die Macht zuzugestehn,
einen kleinzukriegen.
Dass alles beschissen ist.
ist noch lange kein Grund,
nicht Haltung zu bewahren
und über den Dingen zu stehn,
die einen fertig machen wollen.
Katastrophen kommen und gehn,
aber Demut und Anstand 
bleiben für immer bestehn.
Gestehe Kunst, dass es so ist.

Donnerstag, 19. März 2026

Verwässerte Kante

Sagen wir mal so: Die Brandung
war auch schon mal gefährlicher
und kostetet irgendwen mehr.
Da lachen ja die Möwen
und der Sand kugelt sich.
Kein Krabbenbrötchen der Welt
macht das wieder wett. Schiffstaufen
verführen zu falschen Vergleichen.
Nicht alles, worauf ein Preisschild klebt,
ist auch wirklich was wert. Weiter so.
Strandhafers heimliche Liebe
verwickelt die Abfallkörbe 
in Widersprüche. Muss das sein?

Mittwoch, 18. März 2026

Selbsteinschätzung

So schlecht ist das gar nicht,
was ich mache, nur nicht
gut genug, um die Welt 
zu verbessern. Schade.

Ästhetische Revolution

Nimm die Welt nicht hin,
sondern wahr, wie sie ist,
und bedenke dabei, 
wie sie sein könnte.

Bonum et pulchrum convertuntur

Um noch einmal zurückzukommen auf Zypressen und bröckelnde Mauern: Darüber schriebe ich sehr gerne, auch sozusagen Verse, aber irgendwie...