Donnerstag, 8. Juli 2021

Endlich bin ich mich losgeworden.
Es war nicht mehr auszuhalten mit mir.
Darum habe ich mit mir gebrochen.
Was zu viel ist, ist zu viel.
Ich habe mich vor die Tür gesetzt
und mir verboten wiederzukommen.
Ich habe mich in hohem Bogen
rausgeworfen und mir nachgerufen,
ich solle bloß nicht wagen,
mich je wieder bei mir blicken zu lassen.
Was zu viel ist, ist zu viel.
Es war ja schon seit langem abzusehn,
dass es so nicht weitergehn konnte.
Ich hatte mich mit mir auseinander-
gelebt, die Trennung war vorhersehbar.
Mein Verhältnis zu mir war völlig zerrüttet,
da war nichts mehr zu machen. Der Bruch
war nur noch eine Frage der Zeit.
Was zu viel ist ist zu viel.
Schließlich musste es sein, ich musste weg.
Jetzt bin ich mich losgeworden.
Ich will mich nie mehr wiedersehn.
Ohne mich geht es mir besser.
Jetzt kann ich mich um mich selber kümmern.
Es musste sein. Ich wollte es ja nicht anders.
Ich habe etwas besseres verdient.
Es ist gekommen, wie es kommen musste.
Ich bin mich los. Endlich.

Sonntag, 20. Juni 2021

Due Sicilie

Die Wölfe reinigen den Wald
von den Köhlern. Das war längst fällig.
Zu lange schon wurden die Räuber
hier ihres Lebens nicht mehr froh.
Es lebe König Ferdinand!

Schaun wir mal,
wo der Hammer hängt.
Oder wo Gott wohnt.
Schaun wir mal,
was das Leben so bringt.
Da war doch schon
so viel Schönes dabei.

Freitag, 18. Juni 2021

Zwischenbericht

Meine Einsamkeit ist nicht mein Problem,
sondern das der anderen. Sie sind es,
die abgerückt sind vom Gemeinsamen.
Was sie verstanden zu haben schienen,
davon wollen sie jetzt nichts mehr wissen.
In Zeiten wie diesen gilt das nicht mehr.
Rasch haben sie gelernt, umzudenken,
sich anzupassen und mitzumachen.
Sie haben sich verrannt ohne Ausweg,
sich eingemauert in kaltem Schweigen.
Meine Haltung aber ist dieselbe
geblieben. Wovon ich überzeugt bin,
wenn ich es denn aus guten Gründen bin,
dem bleibe ich aus guten Gründen treu.
Ich wende an, was ich gelernt habe,
und lerne jeden Tag etwas dazu.
Ich überschätze mich nicht, meine nicht,
ich könne nicht irren, im Gegenteil.
Aber was gestern wahr war, glaube ich,
kann heute nicht unwahr sein, und wenn doch,
schien es nur wahr und war in Wahrheit falsch.
Für mich zählen Argumente, und nicht
Bilder, Gefühle, Zahlen und all das,
was manipuliert werden kann und wird.
Gestern wusste ich, dass die Herrschenden
dumm und böse sind und immer lügen.
Das weiß ich auch heute noch und habe
Beweise. Das ist keine Verschwörung,
das ist ganz einfach die Normalität,
die die anderen zulassen. Ich nicht.
Ich mach da nicht mit. Ich sage nicht „schwarz“
zu Weiß, nicht „weiß“ zu Schwarz und rede mich
nicht auf Grau heraus, wenn es darauf ankommt,
Farbe zu bekennen. Sie werden mich
nicht dazu bringen, Kröten zu schlucken.
Gut möglich, dass das alles sinnlos ist.
Denn voraussichtlich werde ich scheitern.
Anscheinend überzeuge ich keinen
und halte das Unheil nicht auf. Aber
keiner soll mir je nachsagen können,
es nicht versucht zu haben. Ganz allein.
Meine Einsamkeit ist nicht das Problem.

Dienstag, 8. Juni 2021

Abenteuer

Das sind gar keine Windmühlen,
rufe ich noch, das sind bloß Riesen!
Doch zu spät, die andern haben
längst schon zum Rückzug geblasen,
um den Windmühlenbetreibern
keine Angriffsfläche zu bieten.
Solche Klagen, sagen sie,
können wir uns nicht leisten.
Ich erschlage den ersten Riesen.

Dienstag, 1. Juni 2021

Plötzliche Einsicht

Dass ich schreibe, genügt nicht,
um die Welt aus den Angeln zu heben,
Um die Welt aus den Angeln zu heben, 
müsste ich gelesen werden.

Voraussicht

Ich werde es gesagt gehabt haben.
Ich werde Recht behalten haben.
Es wird mir nichts genützt gehabt haben.

Die Verschwörung der Dinge

Dauernd fällt etwas runter oder ist unauffindbar, manches stellt sich quer oder ist unbrauchbar. Dass ich so wichtig bin, dass man mich derm...