Sonntag, 9. Februar 2025

So und nicht anders

Zufrieden kann ich nun wirklich nicht sein
mit meinem derzeitigen Leben.
Schuld sind wie immer die andern.
Auch am Zustand der Welt überhaupt.
Warum sind die Leute, wie sie sind,
und nicht, wie ich sie haben möchte?
Alles könnte längst so viel besser sein,
wenn endlich alle immer das machten,
was ich ihnen sage. So ist es leider.

Mittwoch, 5. Februar 2025

Publikumswirkung

Zwischen Tralala und Hopsasa
macht mein Krähengekrächz
kaum auf sich aufmerksam.
Jeder ausgestopfte Tanzbär,
richtig ins Bild gesetzt,
erntet mehr Zustimmung.
Was für ein Glück, sage ich mir,
dass ich nicht deswegen schreibe,
Aber warum eigentlich dann?

Geträumte Legende

Gott ist ein Österreicher.
Das erfuhr ich im Traum.
Erst zweifelte ich. Dann verstand ich.
Ein Altösterreicher vermutlich,
er ist ja uralt. Vielleicht
aus galizischem Schtetl,
voller Armut und Aberglauben.
Kein Frömmler, kein Wunderrabbi,
kein Krämer, kein Branntweinpächter,
beinah ein Luftmensch,
wenn man so sagen darf.
Ausgewandert nach Amerika
womöglich, aber auch dort
nie zu Wohlstand gekommen.
Oder einfach nach Wien gegangen,
es schließlich gebracht habend
zum Börsenspekulanten
oder zum Journalisten
oder zum Psychoanalytiker.
Als die Braunen siegten: vertrieben.
Oder im Osten geblieben,
später verschleppt und vergast.
Noch später immer erinnert,
wenn es Opfern und Tätern passt.
In Palästina nie heimisch geworden,
das Kaffeehaus vermissend
und eigentlich doch auch die Schul.
Das Leid auch der Araber
auf sich nehmend, auch dafür
verhöhnt und bespuckt werdend.
Sich nicht beirrend lassend.
Immer überall ein Fremder 
geblieben sein. Genau das wollend.
Gott ist ein Österreicher,
das verstand ich erwachend,
im untergegangenen Sinne:
ein jüdisches Schicksal.

Samstag, 1. Februar 2025

So jedenfalls nicht

Wir machen das immer so?
Mit Verlaub, aus meiner Sicht
ist das ein weniger starkes Argument,
als du zu glauben scheinst.
Eher im Gegenteil.
Aber du muss selber wissen,
ob du mich überzeugen willst.
Ich weiß jedenfalls,
womit du’s nicht schaffen wirst.

Weltuntergang

Ich mache mir keine Hoffnungen.
Ich will sie geschenkt bekommen.
Alles soll gut werden, aber
was kann ich denn schon dafür tun?
Ich überlasse die Zukunft
den andern. Die sollen was machen.
Leider werde ich Recht behalten,
sie werden mich furchtbar enttäuschen.
Das war so, das ist so, das bleibt so.
Wie sich damit nicht abfinden, Bruder?

Kleine Wörter

Zähl bis drei.
Dann weißt du Bescheid,
Dann weißt du genau,
wer dich was.
Hörst du’s? Na bitte,
ich sag’s ja.

Hebebühne, rückwärts

War da schon viel Schönes dabei?
Wohl eher nicht. Aber Gurkensalat,
Gurkensalat, Gurkensalat
ist auch keine Lösung. Hinterm Mond
wächst die Angt vor der Sonne
und anderen Kleinigkeiten.
Der Unsinn macht keine Gefangenen,
Drum muss man kaltblütig bleiben,
komme, was wolle. Auch wenn nichts kommt.
Marmelade wäre ein Anfang.
Dort fehlt kein Bolzen, das weiß man.
Und die Grasflecken müssen bleiben.
Oder wie das heißt. Jedenfalls,
so geht das nicht. Das steht jedem frei,
wie gesagt, und so fort und so weiter.

Die Verschwörung der Dinge

Dauernd fällt etwas runter oder ist unauffindbar, manches stellt sich quer oder ist unbrauchbar. Dass ich so wichtig bin, dass man mich derm...