Mittwoch, 31. Januar 2018

Ad Tiberim (VI)

Heimwärts, nach Arkadien,
wankt das Bewusstsein. Ich
bliebe lieber hier,
wo alles verschwindet.

Ad Tiberim (V)

Pegelstand, Böschung
und die Farbe des Wassers.
Was bleibt, ist treulos.
An den Ruinen hängt 

meine Erinnerung nicht.

Ad Tiberim (IV)

Noch die kleinste Einzelheit
ließe sich beschreiben
von einem andern. Oder
erfinden von mir.

Ad Tiberim (III)

Nichts davon war schon da,
bevor es jetzt, vor meinen Augen,
geschieht und vergeht. Ich stehe da,
schaue und lasse es zu.

Ad Tiberim (II)

Zeitlos schwindet Geschichte,
schneller und schneller, der Strom
bezeugt nichts als sein Schwinden.

Ad Tiberim (I)

Auch andere spucken
in den Fluss, der mir lieb ist.
Er wird es verwinden.

Donnerstag, 23. November 2017

Bekenntnis

Ich kann die Welt nicht ertragen,
die Hässlichkeit, das Unrecht,
das Grauen, kann nicht ertragen,
was Menschen Menschen antun,
ohne dich. Nur weil du da bist,
drehe ich nicht völlig durch,
stumpfe ich nicht ganz und gar ab
und verzweifle ich doch nicht.
Nur weil du da bist, mein Retter,
meine Zuflucht, mein Ausweg,
kann ich eine Welt ertragen,
die ich nicht ertragen kann
ohne dich.

Engelszunge

Ach, und das willst du auch noch, das soll ich auch noch für dich machen, wie mit einen Zauberspruch die Befürchtung zerstreuen, dass di...