Donnerstag, 23. November 2017

Bekenntnis

Ich kann die Welt nicht ertragen,
die Hässlichkeit, das Unrecht,
das Grauen, kann nicht ertragen,
was Menschen Menschen antun,
ohne dich. Nur weil du da bist,
drehe ich nicht völlig durch,
stumpfe ich nicht ganz und gar ab
und verzweifle ich doch nicht.
Nur weil du da bist, mein Retter,
meine Zuflucht, mein Ausweg,
kann ich eine Welt ertragen,
die ich nicht ertragen kann
ohne dich.

Montag, 23. Oktober 2017

Palaver (noch ein Auszug)

Schon diesseits jenseits,
nicht richtig dabei,
eher abseits, nie
einer von denen,
die mittdendrin und
ganz bei der Sache
dazugehören.
Sondern, so heißt es,
ein Außenseiter,
der nicht mitbekommt,
was alle wissen.

So und nicht anders,
also ganz anders,
nicht so wie alle,
all die andern, die
mittendrin und ganz
dazugehören,
die immer wissen,
was Sache ist und
was nicht. So also
nicht, sondern anders.

Schon irgendwie hier,
aber nicht ganz da.
Irgendwie neben
der Spur, irgendwie
keiner von denen,
die wie alle sind.
Letztlich, so heißt es,
ein Außenseiter,
irgendwie anders,
schon diesseits jenseits,
nicht von dieser Welt.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Palaver (Auszüge)

1

Mit dir zu tun zu haben,
auch nur von ferne, macht glücklich.
Mich freut jeder Gedanke
an dich. Von dir zu sprechen
ist mein unaussprechliches Glück.
Nur dass die Rede von dir
dir nicht gerecht wird, sorgt mich.
Dass mein Wort dich verfehlt und
alles, was ich sage, hohl klingt.
Doch auch das ist eine Weise, 
mit dir zu tun zu haben.


2

Unfassbar bist du. Und doch
wendet mein Wort sich an dich.
Ich sehe dich an,
ich höre dir zu,
ja ich weiß um dich.
Und doch bist du unfassbar,
nahezu unerreichbar,
auch für mein Wort. Doch
ich gebe nicht auf.
Ich weiß, du liebst mich.



Donnerstag, 21. September 2017

Mittwoch, 20. September 2017

Vorm Caffè degli Specchi

Sitzen und schauen,
denken und schreiben.
Gut ist es, hier zu sein.
Jeder Tee schmeckt besser
mit Blick auf die Piazza.
Jetzt könnte das Leben
langsam beginnen.
Aufstehn und zahlen.

Molo Audace (II)

Das Meer ist aus Wasser.
Und mitten hinein ragt
die Mole, ein Stück Land
aus Menschenhand. Leute
flanieren, picknicken,
schauen ins Offene.
Dazu ist das Meer gut.

San Giusto

Verschroben verdunkelt
sich Schönes, Heiliges
in verlorener Zeit.
Zeugnisse, abgelegt,
wartend, teilen mit dir
ihr standhaftes Schweigen.
Du schaust zu und vergisst
nie, dass du gleich gehn wirst.